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Städtische und ländliche Landschaften neu betrachtet Landschaftsmalerei im heutigen Mexiko umfasst ein breites Spektrum an Visionen und Stilen. Sie beinhaltet sowohl markante mexikanische Panoramen als auch eine abstrakte Sicht von im Wandel begriffenen Landschaften, städtischen Motiven und farbigen Feldern. Eine facettenreiche visuelle Sprache, deren Bandbreite vom Realismus über den Surrealismus hin zur Abstraktion reicht, wird benutzt, um eine städtische Landschaft ausmacht, von Bild zu Bild: ein Bergpanorama, Reihen von Gebäuden, ein turmförmiger Kaktus, ein fantastischer Garden, totemartige Blöcke gebäudeförmiger Figuren, Straßennetze oder suggestive Farbflächen. Vor allem gibt uns die Landschaftsmalerei heute einen Sinn für den Ort, sei er auf dem Land, in der Stadt oder rein psychologisch, indertifizierbar oder nicht. Nachderm die Revolution 1921 endete, förderte die mexicanische Regierung die Entwicklung der Wandmalerei-Bewegung. Künstler wurden beauftragt die Wände öffentlicher Gebäude zu bemalen. Diese äußerst innovativen, talentierten und überwältigenden Maler arbeiteten mit einer kraftwollen und realistischen Sprache und etablierten auf dramatische Art und Weise eine Ikonografie und einen Stil, der Generationen von mexikanischen Malern inspirierte – so auch Xavier Castellanos. In dem Werk von Castellanos finden wir ein breites Lexikon charakteristischer und erzählerischer Symbolik, zum Leben erweckt von einer erfrischenden Drang zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten von natürlichen und urbanen Landschaften wie man sie in der zeitgenössischen Kunst selten sieht. Siene Ausdrucksstärke, seine Einfachheit und seine verspielte Führung innerhalb starker Konturen erinnern an den Expressionismus und Fauvismus. Sein Stil ist reichlich mit sinnlichen Kurven und einfachen Formen versehen. Die mexikanischen Landschaftsbilder von Xavier Castellanos hallen gedanklich mit einem Sinn für Ort jedoch mangels einem Sinn für Zeit nach und suggerieren etwas von einem magischen Realismus. Sie locken uns mit ihren Ansichten farbenprächtiger Straßen, saftigen Gärten und pulsierenden Blicken. Die Bilder erwecken starke Gufühlstiefe, obwohl sie verschlafene Kolonialstädte und harmonische Landschaften porträtieren. Sie übertragen eine reichhaltige Sicht der Städte und Landschaften. Xavier's Bilder von städtischen Landschaften, glücklichen Leuten und Träumen fügen mehrere Schichten von Tiefe hinzu; reich an Farbe und gefüllt mit psychologischen Mitteilungen sind diese Bilder eine einzigartige Ausdrucksform des unterbewussten Schaffensprozesses von neuen Ideen und Kunst. Kommentar des Künstler's zu städtischen Landschaften Ich interessiere mich für die Probleme, die mit Stadtgegenden verbunden sind; ich bin fasziniert und besorgt von ifrem Einfluss auf die in ihnen lebende Bevölkerung. Diese Sorge spirgelt sich in den vielen Formen von Verschmutzung in meinem städtische Landschaften Bildern wider (Umweltverschmutzung, visuelle Verschmutzung, sich verschlechternde Wohnverhältnisse, etc.). Meine Arbeit berichtet von Angelegenheiten, die in meiner Welt existieren und die mich im Moment direkt betreffen, in der Vergangenheit und in der Zukunft. Die Bilder bewerten unser soziales "Habitat" kritisch – Institutionen, Industrie und auch den Kulurbetrieb selbst. Sie sind das Resultat einer sozialen Konstruktion, welche an sich ein Produkt der Politik ist. Die bestehenden Zusammenhänge städtischer Landschaften (große Städte, in denen ich gelebt habe) sind das Objekt meiner kreativen Anstrengung. Auf der einen Seite sind die meisten der Bilder pessimistische Konstruktionen – Fragmente städtischer Landschaften, manchmal auf satirische und zynische Weise repräsentiert. Vergiftung, Wuchern, Kommunikationsmangel, Verzweiflung und der Mangel an Raum sind treffende Titel für einige der Stücke. Diese Bilder gehen über den unmittelbaren künstlerischen Horizont, um nicht-künstlerische Zusammenhänge zu adressieren. Ich will, dass sie schreien und den Nonsens, Verfall und die Unmenschlichkeit überfüllter Städte bezeugen, die im 20. Jahrhundert von unserer fortschrittlich-technologischen Gesellschaft, welche das Indivduum hinten anstellt, geschaffen wurde. Auf der anderen Seite, stelle ich mir Dichtung und Malerei oft als dieselbe Form von Kunst vor, in der farbige Striche und Wörter sich zu einem großen Ganzen verbinden. Genau wie Schriftsteller oft eine Geschichte zwischen den Zeilen erzählen, male ich eine Vision zwischen Farben und Ideen. Ich stelle überwältigende städtische Landschaften warnenden Träumen gegenüber. Virtuelle Farben dienen als visuelles Äquivalent für die "unsichtbare" Energie, die in der Wechselwirkung zwischen dem Künstler und der Landschaft auftritt. Ich stelle mir meine Gemälde als verschlüsselte "Karten" vor, die direkt vom realen und emotianalen Raum handeln. In deisem Zusammerhang könnte man sich die oft kindlichen Figuren, Gebäude und Symbole, die durch die Bilder driften, als Kartographie dieser "Karten" vorstellen. Der Betrachter muss diese Karten für sich erleuchten, wenn er die Gedanken des Künstlers lesen will, und als Resultat dessen, in sich selbst. In diesen Karten wird längst Vergessenes wiederbelebt, ausgelöschte Fragmente erscheinen wieder und Zeichen und Symbole sprechen miteinander; vielleicht sprechen sie leise über unsichtbare Spiegel, alte Labyrinthe, oder ihren eigenen unausweichlichen Tod. Ich versuche, einen städtischen Kontext zu porträtieren, in dem, wie ich fühle, alle Reihenfolge vermischt und verwirrt wird: Tier, Gemüse, Gestein und Mensch. Ich male, zwischen Starrheit und Überfluss, zwischen großen, einheitlichen Flächen direkt neben kleinen detaillierten Teilen. Ich will zeigen, dass es Bewegung gibt, ein Fluss und Rückfluss eines breiten Lexikons typischer und erzählerischer Metaphorik. Ich will, wie schon andere vor mir, die Beziehung zwischen den Zusammernhängen des existierenden städtischen Verfalls und unserer politischen und sozialen Aktivität – oder dessen Mangel – hervorheben. Die im Jahr 2010 begonnene Glückliche Menschen Serie ist die neueste Bilderkollektion von Xavier Castellanos. Diese neuen Werke sind die Nachfolge und der natürliche Fortschritt seiner beliebten Städtische Landschaften Serie. So wie in jenen Bildern die Gebäude immer mehr den Charakter und die Form von Menschen annahmen, entdecken die neuen Bilder die Totemgestalt sowohl als physikalisches Konstrukt und emotionalen Kanal. Von alters her war die menschliche Gestalt die prominenteste Form in der gesamten Kunst. Von ägyptischen Säulen (4000–3000 v. Chr.), zu den römischen Säulen von Trajan (113 n. Chr.) bis hin zu indianischen Totems hat die menschliche Gestalt immer das Auge und die Vorstellungskraft von Künstlern und Sammlern eingefangen. Mit der glückliche Menschen Serie feiert und sprengt Castellanos die Idee der menschlichen Form – im Bezug auf seine Geschichte und gleichzeitig auf der Suche, die Art und Weise wie wir den Körper begreifen zu verändern. Indem er der menschlichen Form erlaubt, außerhalb der physikalischen Einschränkungen von Gliedern und voll verwirklichten Torsos zu erscheinen, erzeugt Castellanos sehr originelle Portraits in welchen die emotionale und physchologische Geschichte einer oder merher Personen dem Betrachter direkt vor Augen geführt wird. Das Adjektiv "Glücklich" scheint an dieser Stelle sowohl echt als auch ironisch, wie die individuellen Gesichter und Figuren, welche diese starken und intensiv farbigen Bilder ausmachen, die gesamte Bandbreite an Emotionen aufspannen. Völlig glieichgültig wie groß ihre Freude oder Verzweiflung sein mag, leisten diese leidenschaftlichen Figuren gegen einen Hintergrund menschlicher Erfahrung Widerstand; ein Testament für die Begabung des Künstlers, Elementares und Intellektuelles in starken Farben und geschickten Pinselstrichen darzustellen. |